Musik


Musik

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Mu|sik [mu'zi:k], die; -, -en:
1. <ohne Plural> Kunst, Töne in bestimmter Gesetzmäßigkeit hinsichtlich Rhythmus, Melodie, Harmonie zu einer Gruppe von Klängen und zu einer Komposition zu ordnen:
klassische, moderne Musik; er versteht etwas von Musik.
Zus.: Barockmusik.
2. Musikwerk[e]:
Musik [von Bach] hören; aus dem Radio tönte, kam laute, ernste Musik; die Musik zu einem Film schreiben.
Zus.: Blasmusik, Filmmusik, Instrumentalmusik, Opernmusik, Tanzmusik.

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Mu|sik 〈f. 20
1. 〈urspr.〉 die Kunst der Musen, Dicht-, Tanz-, Gesangskunst usw.
2. 〈heute〉 Tonkunst, die Kunst, Töne in ästhetisch befriedigender Form nacheinander (Melodie) u. nebeneinander (Harmonie) zu ordnen, rhythmisch zu gliedern u. zu einem geschlossenen Werk zusammenzufügen
3. Werke, Erzeugnisse der Tonkunst
4. Gesamtheit der Tondichtungen eines Landes, Volkes od. einer Zeit (Barock\Musik)
5. 〈selten〉 Orchester, bes. Blaskapelle
● bitte, \Musik! (Aufforderung an die Musikkapelle)einsetzen: die \Musik setzte mit einem Tusch ein; \Musik hören, machen; die \Musik pflegen; \Musik studierenalte, moderne \Musik; deutsche, spanische, klassische \Musik; gute, leichte, schwere \Musik; \Musik liebend = musikliebend ● einen Text in \Musik setzen; Veranstaltung mit \Musik und Tanz; die \Musik zu einem Film, Text, Theaterstück schreiben [<lat. (ars) musicaTonkunst; Tonwerk; musikal. Darbietung“ <grch. mousike (techne) „Musenkunst“]

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Mu|sik [österr.: mu'zɪk], die; -, -en [mhd. music, ahd. musica < lat. musica, Musica; Betonungsänderung u. Bedeutungserweiterung unter Einfluss von frz. musique]:
1.
a) Kunst, Töne in bestimmter (geschichtlich bedingter) Gesetzmäßigkeit hinsichtlich Rhythmus, Melodie, Harmonie zu einer Gruppe von Klängen u. zu einer stilistisch eigenständigen Komposition zu ordnen; Tonkunst:
die klassische, moderne, elektronische M.;
die M. des Barock;
er versteht nichts von M.;
neue M. (Richtung in der Musik des 20. Jh.s, die sich durch Freiheit im Gebrauch der musikalischen Mittel auszeichnet);
M. im Blut haben (emotional; eine angeborene Musikalität besitzen u. sich [auf dem Gebiet der Unterhaltungsmusik] entsprechend talentiert zeigen);
b) <o. Pl.> Werk, Werke der Musik (1 a):
M. [von Bach] erklingt;
aus dem Radio kam laute M.;
die M. brach ab;
M. hören;
M. machen (musizieren);
jmds. M. aufführen;
ein M. liebender Mensch;
er komponiert die M. zu diesem Film;
R mit M. geht alles besser;
M. in jmds. Ohren sein (ugs.; eine äußerst angenehme u. willkommene Äußerung, Neuigkeit o. Ä. für jmdn. sein);
c) musikalische Komposition, Musikstück:
eine kurze M.;
eine M. von Mozart.
2. <Pl. selten> (ugs.) Musikkapelle.

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Musik
 
[aus lateinisch musica, von griechisch mousike̅́ (téchnē), eigentlich »Musenkunst«] die, -, bei den Griechen die Geist und Gemüt bildende Betätigung, im Unterschied zur Gymnastik; erst in nachklassischer Zeit Name für die Musik im Sinne von Tonkunst. - Die Musik (Tonkunst) beruht auf Tonbeziehungen, das heißt auf der Aufeinanderfolge und/oder dem Zusammenklang mehrerer Töne. Ihre Beziehungen hinsichtlich der Tonhöhe (Schwingungsfrequenz) entsprechen Zahlenrelationen, z. B. 3 : 2 (Quinte), die bereits in archaischen Musiktheorien Beachtung fanden. Im Unterschied zu den bildenden Künsten hat das musikalische Geschehen eine zeitliche Ausdehnung, deren rhythmische Gliederung wieder auf Zahlenrelationen beruht, z. B. Halb-, Viertelton.
 
Die wichtigsten Gestaltungsprinzipien (Parameter) sind Rhythmus, Melodie, Harmonie. Hinzu kommt die Charakterisierung des Klanges durch die jeweiligen Musikinstrumente. Es liegt nahe, die Herkunft der primär einstimmigen Musik im Singen zu sehen, die der vorzugsweise auf Zusammenklang beruhenden im klanglich-instrumentalen Musizieren. Aus der gegenseitigen Durchdringung des einstimmigen und des klanglichen Prinzips entstand die mehrstimmige abendländische Musik. In ihr ist bis um 1600 die melodisch-lineare Führung der Einzelstimmen, die im kontrapunktischen Satz (Kontrapunkt) zur polyphonen Einheit verbunden werden, die eigentliche formbildende Kraft; die tonale Grundlage bilden dabei die Kirchentöne (Kirchentonarten). Dagegen wird in der homophon gerichteten, akkordisch gebundenen Musik seit 1600 (Generalbass) und v. a. seit 1750 die Melodik stark von der Harmonie bestimmt, bei der im Sinne der Kadenz alle Töne und Zusammenklänge eines Musikstücks auf den Dur- oder Moll-Dreiklang eines Grundtons bezogen werden (Tonart, Stimmung). Im 20. Jahrhundert und besonders seit dem Zweiten Weltkrieg verstärkt sich die Tendenz, von dem die europäische Musik seit ihren Anfängen bestimmenden System der Tonalität wegzukommen (Neue Musik). Unterschieden werden Volksmusik sowie die von einzelnen Komponisten geschaffene Kunstmusik. Der Kunstmusik (ernste Musik, E-Musik) steht die Unterhaltungsmusik (U-Musik) einschließlich Tanzmusik und Jazz gegenüber; beide Bereiche berühren sich jedoch auch und weisen Überschneidungen auf. Der mehrstimmigen Musik (Abendland) steht die einstimmige (Antike, Orient) gegenüber, der geistlichen die weltliche, der absoluten Musik (ohne begrifflich fassbaren Inhalt) die Programmmusik. Nach den zur Ausführung der Musik erforderlichen Klangkörpern unterscheidet man die beiden Hauptgruppen Instrumental- und Vokalmusik. Die Instrumentalmusik gliedert sich in Orchester-, Kammer- und Salonmusik, die Vokalmusik in die reine (A-cappella-Musik) und die von Instrumenten begleitete Gesangsmusik, in Chor- und Sologesangsmusik.
 
Die wichtigsten musikalischen Gattungen sind: Lied, Tanz, Fuge, Kanon, Sonate, Sinfonie, Konzert, Arie, Rezitativ, Oper, Oratorium, Motette und Messe. Der nachschaffende, ausübende Musiker (Interpret) ist der Mittler zwischen Komponist und Hörer. In dem Maße, in dem die Komponisten neuerer Musik von der traditionellen Notation und damit der Reglementierung der Musikwiedergabe abkommen, nähert sich die Bedeutung des Interpreten derjenigen des Komponisten.
 
Nach dem Mythos ist die Musik ein Geschenk Apolls und der Musen an den Menschen, der durch ihre Gunst zu musischem Werk befähigt wird. Daneben steht die Legende von der Erfindung der Musik durch Pythagoras, die die theoretische Erkundung des Klingenden zur Voraussetzung der Musik macht. Das musische und das pythagoreische Prinzip, die in ihrem Zusammenwirken die abendländische Idee der Musik bestimmen, verhalten sich zueinander wie der Ton als Empfindungslaut (der ein Inneres kundtut) und der Ton als Naturgesetz (den das Monochord beweist).
 
Neben die antike Sinngebung der Musik trat zu Beginn des europäischen Mittelalters die biblische Rechtfertigung. Sie prägt sich aus in der Ableitung des Wortes Musik von ägyptisch »moys« im Sinne von Wasser (als Lebensspender) oder von lateinisch Moyses (Mose, als Lobsänger Gottes; Exodus 15, 1), ferner in der Legende von der Erfindung der Musik durch die biblischen Erzväter Thubal (Jubal) und Thubalkain (Genesis 4, 21 f.) und in der Erklärung der zahlhaft-kosmologischen Bedeutungskraft der Musik durch Hinweis auf das apokryphe Buch der Weisheit 11, 21 (»Sed omnia in mensura et numero et pondere disposuisti«). Das Ineinandergreifen antiker und christlicher Sinngebung der Musik kennzeichnet speziell jenen über ein Jahrtausend währenden Zeitraum, in dem die zahlreichen Klassifikationen und Definitionen der Musica Geltung hatten.
 
Mit dem Beginn der Neuzeit trat die emotionale Seite der Musik immer stärker in den Vordergrund. Musik wurde als Ausdruck klassifizierbarer Gemütsbewegungen verstanden. Es entwickelte sich die musikalische Affektenlehre, v. a. durch die humanistischen Musiker des deutschen Sprachraums zu einer an der Rhetorik orientierten Figurenlehre ausgebaut und systematisiert.
 
Neben der deutschen Wortform »músic« begann sich seit dem 17. Jahrhundert unter Einfluss des französischen »musique« die Betonung auf der letzten Silbe durchzusetzen. Dieser Betonungswechsel des Wortes Musik markiert den endgültigen Durchbruch der neuzeitlichen Grundauffassung der Musik als für das Ohr bestimmte Zeitkunst. In ihren elementaren Grundlagen wurde die Musik Gegenstand der Akustik, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Tonpsychologie, seit dem beginnenden 20. Jahrhundert die Musikpsychologie zur Seite traten. In ihrer künstlerischen Seins- und Wirkungsweise trat sie ins Blickfeld der Ästhetik. Ihre Theorie verlor das Spekulative und wurde zur Logik eines spezifisch kompositorischen Denkens. Ihre technische Unterweisung gipfelte im Ausbau der Kompositionslehre. Ihr Traditions- und Entwicklungsprozess wurde als Wissenschaft ihrer Geschichte reflektiert.
 
Die Definitionen der Musik im Zeitraum des späteren 18. bis ins 20. Jahrhundert betonen einerseits den Empfindungs- beziehungsweise Gefühlsgehalt der Musik, andererseits deren Eigengesetzlichkeit. Sie bestimmen das Wesen der Musik als sinnliche Vergegenwärtigung des Prinzips der Welt oder formulieren ihre kosmologische Bedeutsamkeit.
 
Die Musik jenseits des europäisch-geschichtlichen Bereichs kann grundsätzlich nicht isoliert, sondern nur im Zusammenhang mit ihren ganzheitlich-menschlichen Bindungen gesehen werden. Man steht hier vor der besonderen Aufgabe, die andersartige Integration, die in diesen Kulturen Mensch und Ton eingehen, zu durchschauen. Da es sich - im Unterschied zur abendländischen Musik - in der Regel nicht um rational durchdrungene, autonome »freie« Kunst handelt, lassen sich die spezifisch musikalischen Gesichtspunkte (wie Tonsystem, Zuordnung von Zahlenverhältnissen, Sinngebungen der Musik) nicht ohne weiteres von den empirischen und kulturell-soziologischen Voraussetzungen trennen.
 
 
P. Moos: Die Philosophie der M. von Kant bis Eduard von Hartmann (21922, Nachdr. 1975);
 H. Pfrogner: M. Gesch. ihrer Deutung (1954);
 H. Scherchen: Vom Wesen der M. (1954);
 P. Boulez: Musikdenken heute, 2 Bde. (a. d. Frz., 1963-85);
 C. Dahlhaus u. H. H. Eggebrecht: Was ist M.? (1985);
 T. W. Adorno: Philosophie der neuen M. (71995);
 G. Bimberg: M. in der europ. Gesellschaft des 18. Jh. (1997);
 C. Hempel: Neue allg. Musiklehre (1997);
 G. Nestler: Gesch. der M. Die großen Zeiträume der M. von den Anfängen bis zur elektron. Komposition (Tb.-Ausg. Zürich 1997);
 H. H. Eggebrecht: M. im Abendland. Prozesse und Stationen vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Tb.-Ausg. 21998);
 H. H. Eggebrecht: M. verstehen (21999).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Oper: Das Musiktheater
 
Schallplatte: Musik aus der Konserve
 
Zeichen in der Kommunikation
 
absolute Musik und Programmmusik: Tradition und Fortschritt
 
afrikanische Musik schriftloser Kulturen
 
altägyptische Musik und Musiker
 
altamerikanische Kulturen: Musik und Tanz
 
Atonalität, die Tendenz des Materials und Neue Tonalität
 
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Mu|sik, die; -, -en [mhd. music, ahd. musica < lat. musica, ↑Musica; Betonungsänderung u. Bedeutungserweiterung unter Einfluss von frz. musique]: 1. a) <o. Pl.> Kunst, Töne in bestimmter (geschichtlich bedingter) Gesetzmäßigkeit hinsichtlich Rhythmus, Melodie, Harmonie zu einer Gruppe von Klängen u. zu einer stilistisch eigenständigen Komposition zu ordnen; Tonkunst: klassische, geistliche, weltliche, akademische, italienische, moderne, atonale, elektronische M.; die M. des Barock; ein [poppige] M. liebender Mensch; M. kennt keine Grenzen (wird überall auf der Welt verstanden u. ist völkerverbindend); Ihr (= der deutschen Innerlichkeit) verdanke die Welt die deutsche Metaphysik und die deutsche M. (Reich-Ranicki, Th. Mann 90); M. (an einer Musikhochschule ein Fach wie z. B. Komposition, Klavier, Gesang) studieren; sie hat in M. (im Schulfach Musik) eine Zwei; er versteht nichts von M.; *neue M. (Richtung in der Musik des 20. Jh.s, die sich durch Freiheit im Gebrauch der musikalischen Mittel auszeichnet); M. im Blut haben (emotional; eine angeborene Musikalität besitzen u. sich [auf dem Gebiet der Unterhaltungsmusik] entsprechend talentiert zeigen); b) Erzeugnis[se], Werk[e] der ↑Musik (1 a): M. [von Bach, Beethoven, der Wiener Klassik] erklingt; aus dem Radio tönte, kam laute, hämmernde, beschwingte, leise, diskrete, gedämpfte, getragene, ernste M.; M. als Untermalung; die M. brach ab, setzte wieder ein, drang bis auf die Straße; Jedes Mal lief M. ..., wenn er sich am Haustelefon meldete (Wellershoff, Körper 135); M. hören; jmds. M. aufführen, dirigieren, spielen, singen; sie hört gern gute, klassische, schwere, leichte, (ugs.:) schräge M.; ein [klassische] M. liebender Mensch; er schreibt, komponiert die M. zu diesem Film; M. machen (musizieren; für ein Publikum spielen); der M. lauschen; einen Text in M. setzen (vertonen); das Ballett ... tanzt nach -en von Ravel und Sarasate (MM 12. 8. 72, 66); R mit M. geht alles besser; Ü sie ... lauschten auf die M. der Wellen (Geissler, Wunschhütlein 72); *M. in jmds. Ohren sein (ugs.; eine äußerst angenehme u. willkommene Äußerung, Neuigkeit o. Ä. für jmdn. sein); hinter/in etw. sitzt/steckt M. (ugs.; etw. hat Kraft, Wucht ). 2. <Pl. seltener> (ugs.) Musikkapelle: die M. kommt; Es ist ohnehin Schluss; auch die M. packt ein (Remarque, Obelisk 56); er bestellte Bier für die M.

Universal-Lexikon. 2012.

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